Resümée

Skalica – Denkmalzone

RENÁTA ŽEMBEROVÁ 

Skalica (dt. Skalitz) liegt auf den Südwestausläufern der Weißen Karpaten, dem nördlichsten Teil des fruchtbaren slowakischen Marchlandes. Schon Václav Mencl konstatierte 1938 in seinem Buch über mittelalterliche slowakische Städte, dass der Grundriss der Stadt ein schönes Beispiel dafür sei, auf welche Weise eine freie Stadt aus einer älteren Ansiedlung entsteht; es sind an ihr nämlich beide Entwicklungsetappen sichtbar, von denen jede sich nach anderen Regeln richtete. Bis heute stützen wir uns auf seine Schlussfolgerungen. Der historische Stadtkern, der Bereich der Denkmalzone, hat eine gut erhaltene städtebauliche Grundkonzeption einer mittelalterlichen Siedlungsanlage, was ein seltenes Beispiel im Rahmen der Westslowakei ist. Der Stadtplatz wiederum ist durch die Dreiecksform seines Grundrisses eine Seltenheit innerhalb der ganzen Slowakei. Von ihm gehen radial drei Straßen aus, die schon vor der Entstehung der Stadt durch die Siedlung führten. An der Straße nach Strážnice – Mähren, der heutigen Krá¾ovská ulica (Königsstraße), wo in der Befestigung das Strážnická Tor errichtet wurde, entstanden bedeutende gotische Bauten: das Spital (1431) und das Franziskanerkloster (1467). Die Stadt ist einmalig im Rahmen einer breiteren Region auch dank dem fast kompletten Umfang der aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammenden Mauern.
Die verlängerte Form des Stadtplatzes führt zu einer Geländeerhebung hin, wo sich einst eine Burgstätte befand, bei der eine slawische Vorburgsiedlung entstand. Die Burgstätte war durch einen Graben von der gotischen Stadt getrennt, wobei die Kapelle über die Mauerlinie an die Stadt angeschlossen war und durch Anbauten zu einem Teil der Befestigung wurde. Der untere Teil der Burgstätte ist somit wahrscheinlich in der romanischen Georgs-Rotunde erhalten, die in das 12. bis Anfang des 13. Jahrhunderts datiert wird und das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt ist.
Die natürlichen Bedingungen und die vorteilhafte Lage des Gebietes ermöglichten ein Aufblühen des Weinbaus. Die Besiedlung durch Weinbauern war ein wichtiges Ereignis in der frühen Entwicklung von Skalica. Die Bebauung der Denkmalzone ist also vor allem durch eine kleine städtebauliche Struktur von eingeschossigen Handwerker- und Winzerhäusern in Reihenbebauung charakterisiert. Die ursprünglich gotischen Bürgerhäuser, die durch Umbauten Palastcharakter erhielten (das Gvadány-Haus – heute die Stadtbibliothek, das Rathaus, Häuser in der Westlinie des Platzes, das Mitták-Haus an der Ecke zur Krá¾ovská ulica – das Museum Záhorské múzeum) waren um den Platz konzentriert. Hier stehen auch das ehemalige Jesuitenkloster mit Kirche und inmitten des Platzes die gotische Pfarrkirche St. Michael und der Karner St. Anna. In der Krá¾ovská ulica, die vom Stadtplatz ausgehend nach Nordosten führt, stehen weitere gotische Bauten, unter anderem das städtische Armenhaus, das sog. „Stibor“ mit Kapelle.
Zu den interessanten Objekten gehört das in der Reihenbebauung der Wirtschaftsobjekte an der Südseite der Straße Jatoèná ulica stehende Gebäude, das sogenannte Alte Rathaus (ratúz), ursprünglich wahrscheinlich eine Renaissancekurie mit Innenhof. Für Skalica und die breitere Region ist die Arkadenloggia im Westflügel eine einmalige architektonische Lösung. Ein wertvolles Zeugnis der Bürgerarchitektur des Platzes bildet das sog. Hottmar-Haus in der Nachbarschaft des Rathauses. Seine mittelalterliche Entwicklungsphase ist im Souterrain erhalten, das bauliche Wachstum des Objektes fand vor allem in der Epoche der Renaissance statt, während die heutige Form aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Die Stadtbrauerei Skalica, die an die Mauern im nordwestlichen Teil der Stadt gebaut wurde, ist einmalig dank der Räume in beiden Geschossen, eingewölbt auf Mittelsäulen mit Diensten am Außenrand, wodurch die wertvolle Disposition eines Hallendoppelschiffes geschaffen wird.
 

Skalica – öffentliche Räume und Mobiliar

ŠTEFAN MAGULA

Erste Erkenntnisse über die Pflasterung des Freiheitsplatzes (Námestie slobody, Fö tér)von Skalica (dt. Skalitz) liefert eine Fotodokumentation vom Ende des 19. Jahrhunderts. Damals war seine Fläche nahezu im gesamten Umfang mit grob behauenem Bruchstein von ungleicher Form gepflastert. Diese Art der Oberfläche ist in Skalica nur noch vereinzelt erhalten. Anfang des Jahres 1900 taucht die für jene Zeit progressive Art einer festen Oberfläche auf, die man im Skalitzer Dialekt drotuár (aus dem Frz. trotoir – Gehsteig, Gehweg, Trottoir) nannte. Es handelt sich um eine sogenannte gegossene Oberfläche aus Kunststein, der aus einem Gemisch aus Feinzuschlag und Zementbinder bestand. In die feuchte Oberfläche wurde ein viereckiges Netzwerk eingedrückt, das das finanziell aufwändige geschnittene Steinpflaster imitieren sollte. Die so hergerichtete Straße war gegenüber den anderen befestigten Flächen erhöht und durch eine Bordkante aus Walzstahl-Winkeleisen abgegrenzt.
Um die Jahrhundertwende wurde auf Betreiben der Stadt hinter der Kirche ein öffentlicher Park angelegt, in Wahrheit eher eine auf einer relativ kleinen Fläche konzentrierte Grünanlage. Wahrscheinlich wurde damals entlang der Gehwege am Stadtplatz eine Linienbepflanzung mit niedrigeren Baumkulturen realisiert. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Park hinter der Kirche in östlicher Richtung zum Karner hin erweitert und damit begann die Südhälfte des Platzes vorwiegend eine Erholungsfunktion zu erfüllen.
Die ersten Nachweise einer Straßenbeleuchtung finden sich auf einer zeitgenössischen Fotodokumentation vom Ende des 19. Jahrhunderts. Damals wurde der Stadtplatz mit Konsolenlaternen beleuchtet, die an einer Ecke des Rathauses und einer Ecke des Bürgerhauses im Südosten des Platzes, an der Ecke Krá¾ovská (Königs-) und Gorkého ulica (Gorki-Straße) eingesetzt waren. Zu Beginn des darauffolgenden Jahrhunderts wurden auf dem Platz Straßenlampen, zuerst für Gas, später für Elektrizität installiert. Die Masten und Beleuchtungskörper entsprachen der Formenlehre der Sezession.
Mit der Verzierung und der klassischen Gliederung des Mastes (Fuß, Schaft, Konsole)   zusammen mit der Sezessionshalbkugel des Beleuchtungskörpers trugen sie in das nahezu ländliche Milieu von Skalica eine ungewöhnliche Großstadtatmosphäre hinein. Lampen standen vor der Skulptur der Immaculata, an der Ostseite des Karners und hinter der Kirche, an der Ecke Ružová ulica (Rosenstraße) – Stadtplatz. Ihre Zahl und Verteilung änderte sich bis zum Ende der fünfziger Jahre nicht. Bei der Elektrifizierung der Stadt in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann man an den Gebäuden neuartige Stahlkonsolen und andere Vorrichtungen anzubringen, die über der Dachlandschaft oder unter den Fassadengesimsen geführt wurden, und auf dem Stadtplatz, entlang der Häuserreihen errichtete man Freileitungsträger – Stahlgittermasten, an denen sporadisch auch Beleuchtungskörper befestigt wurden. Solche Masten sind in bestimmten Teilen der Stadt bis heute erhalten. An den Sezessionsmasten der öffentlichen Beleuchtung wurden die ursprünglichen Sezessionsbeleuchtungshalbkugeln durch neue, „typisierte“, ersetzt, die zu der Zeit für die Beleuchtung öffentlicher Räume verwendet wurden. Der Zustand aus den dreißiger Jahren dauerte nahezu unverändert bis zum Ende der fünfziger Jahre. Die sechziger Jahre bedeuteten einen wesentlichen Eingriff in das historische Bild des Stadtplatzes. So wie es schrittweise zu stil- und konzeptionslosen Umbauten und Demolierungen der historischen Bebauung kommt, so erfuhren auch die befestigten Flächen, das Stadtmobiliar, die öffentlichen Grünanlagen damals konzeptionslose Modifikationen und Veränderungen.
 

Ein Bürgerhaus des ländlichen Typs?

JAROSLAVA ŽUFFOVÁ – RENÁTA ŽEMBEROVÁ

Das Wohnhaus Nr. 65 ist heute ein eingeschossiger Bau, ein Haus des ländlichen Typs, ein Landhaus. Die überraschenden Entdeckungen in seinem Dachgeschoss veränderten allerdings die Ansicht über seine Bedeutung in der Vergangenheit von Grund auf. Die Potoèná ulica (Bachstraße), wo das Haus steht, gehört zu den ältesten Straßen der Stadt. In der Literatur wird gewöhnlich um sie herum die ursprüngliche Siedlung situiert, die sich in der Zeit des 13. Jahrhunderts unter der Burgstätte zu entwickeln begann. 
Auf den höheren architektonischen und kunsthistorischen Wert des Hauses, als man bei einer normalen Augenscheinnahme des Erdgeschosses erkennen konnte, machte erst der Fund eines zugemauerten Fensters am Nebenhaus aufmerksam. Es war mit der Außenseite, der steinernen Einfassung mit profilierter Stirn in das Innere des Nachbarhauses gerichtet. Ähnlich situierte Steinfenstereinfassungen entdeckte man noch in zwei weiteren zugemauerten Fensteröffnungen an dieser Wand. Eine grundsätzliche Verschiebung in der Bewertung des Hauses aber brachte erst die Untersuchung des Dachgeschosses, wo in der Giebelmauer in einem, etwa einen Meter breiten, Abschnitt älteres Bruchsteinmauerwerk mit dem Rest des ursprünglichen Fensters eingesetzt war. An dieses Fragment der ursprünglichen Rückwand schließt sich fließend die Südostwand des Dachgeschosses aus gleichartigem Mauerwerk an. Es ist offensichtlich, dass sich an der Stelle des heutigen Dachgeschosses ursprünglich ein Geschoss wahrscheinlich mit einer Dreiraumtiefendisposition befunden hat. Aus jedem Raum ging ein Fenster nach Südosten, von denen das Mittelfenster am vollständigsten erhalten ist – mit kompletter Fensternische und Leibungen, Segmentfensterbogen und Brüstung.
An der Innenfläche der Wand sind sichtbare Spuren einer Einwölbung des Mittelraumes und zwei profilierte Gesimssockel, deren Entfernung die Breite des Gewölbehauptes offenbar eines Stichkappengewölbes darstellt, von dem an der Wand ein halbkreisförmiger Abdruck zurückgeblieben ist. Der heutige Dachgeschossraum war somit früher offenbar ein repräsentatives Wohngeschoss. In jener Etappe war der Bau solitär, massiv, mit einer Tiefenorientierung zur Straßenfluchtlinie, er beteiligte sich nicht an der Bildung einer zusammenhängenden Straßenfront.
Für die Form der rechtwinkligen Kröpfung des Profils der Steineinfassungen über dem Sockel am Fenster des Erdgeschosses und beim Portal im Dachgeschoss kennen wir bislang keine Analogien, weder in Skalica noch in der weiteren Umgebung. Ähnliche Lösungen sind aber aus anderen Lokalitäten der Slowakei bekannt, wo sie in die Zeit der Anfänge der Renaissance, also in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts eingeordnet sind. Zu der Verwandlung aus einem repräsentativen Stockhaus in ein ebenerdiges Objekt konnte es im Zusammenhang mit einem der verheerenden Brände der Stadt gekommen sein, die Skalica Ende des 16. bzw. Anfang des 17. Jahrhunderts ereilten.
 
 

Kunst und Mäzenat in der grenznahen Stadt

JOZEF MEDVECKÝ

Die vorteilhafte Lage von Skalica (dt. Skalitz) an der mährischen Grenze, an der sog. Böhmischen Straße, über die Waren und Menschen in beiden Richtungen strömten, förderte Handel und Handwerk. Die Grenze war im ganzen mährisch-slowakischen Grenzgebiet nie besonders zu spüren gewesen, weder kulturell, noch politisch, es gab auch kein sprachliches Hindernis und die Bevölkerung trug in bewegten Zeiten auch ein gemeinsames Schicksal. Die verheerenden Kriegsfolgen im 17. Jahrhundert, die Plünderungen der Stadt, die abwechselnd von Aufständischen und Kaiserlichen besetzt war, gefolgt von Pestepidemien, Bränden, Missernten und Teuerungen plagten die Bevölkerung Jahrhunderte lang zu beiden Seiten der Grenze, und auf der ungarischen Seite waren sie auch mit der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges noch lange nicht zu Ende. Dennoch verzeichnen wir selbst in diesen ungünstigen Zeiten keine Unterbrechung der baulichen und künstlerischen Tätigkeit, wovon mehrere erhaltene bemerkenswerte Werke zeugen. In dieser Periode setzt eine weitere große Migrationswelle aus Böhmen und Mähren ein, viele Exilanten ließen sich in der Stadt nieder und verstärkten den protestantischen Bevölkerungsteil.
In der Pfarrkirche des heiligen Erzengels Michael entstanden neben Orgel, Hauptaltar (geweiht 1631, nach einem Brand erneuert und 1692 ergänzt) und Kanzel (1676) zur Zeit des Barock schrittweise zehn Seitenaltäre, von denen noch acht erhalten sind. Die ihren Patronen geweihten Altäre wurden von Handwerkerzünften und Bruderschaften gebaut. Die schnitzerisch ausgestalteten Retabel mit Heiligenfiguren in der Zentralädikula und an den reduzierten Flügeln, mit reicher frühbarocker Pflanzen- und Knorpelornamentik und Dekor unterscheiden sich typologisch und in der Verarbeitung von der Schnitzproduktion in Trnava, die Mitte des 17. Jahrhundert in der Westslowakei dominierte. In Skalica war im 17. Jahrhundert keine Schnitzerwerkstatt tätig. Zur Autorschaft der Zunftaltäre konnte bislang nichts in Erfahrung gebracht werden; es ist nicht ausgeschlossen, dass sie in einer mährischen oder österreichischen Werkstatt entstanden sind.
In Skalica wirkte als Pfarrer und Dechant (1659 – 1663) Ján Michal Salix mit Herkunft aus Záhorie, der seit 1651 kaiserlicher Hofrat war und 1655 durch Leopold I. zum Fünfkirchener Bischof (Pécs) bestellt wurde. Mit dem Jahr 1661, als er die Konfirmation erhielt, wurde das Bild der Maria mit dem Kind, mit Heiligen und dem Donator – dem Bischof, das heute in der Pfarrkirche hängt, nachträglich mit einer Widmungsinschrift datiert. Die Komposition entstand, wie damals üblich, durch Kombination mehrerer, aus einer Reproduktionsgrafik übernommenen Vorlagen. Ein unbekannter Maler verband hier zwei verschiedene Stiche aus dem Umkreis der manieristischen rudolfinischen Kunst. Angesichts mangelnder Analogien für ein so orientiertes Kunstschaffen in Skalica und in der ganzen Südwestslowakei kann man berechtigterweise annehmen, dass es sich um ein Bild handelt, das der Bischof bei Gelegenheit in Mähren erworben und es dem Andenken an sein Wirken in dieser Stadt gewidmet hat.
In der Periode der gewaltsamen Gegenreformation und Repressionen unter Leopold I. tat sich ein Landsmann aus Skalica hervor, der Zipser Probst und Großwardeiner (Oradea) Bischhof Juraj Bársony hervor. Er weihte 1672 in Skalica für Jesuiten eine den Protestanten weggenommene Kirche und für Paulaner weihte er ein kalvinisches Bethaus als Kapelle.
Mit Bársony hängt ein authentisches Dokument jener Zeit zusammen, das bekannte Bild in der Pfarrkirche von Skalica. Das ziemlich umfangreiche Ölgemälde beschreibt einen Inzident vom 14. 7. 1672, als Untergebene der Herrschaft Branè, angeblich aufgehetzt durch einen lutherischen Prediger, in Turá Lúka das aus Trnava heimkehrende Bischofsgefolge überfielen, wobei sie mehrere Personen verwundeten und den Bruder des Bischofs, Ján, den königlichen Richter, der sie mit seinen Dienern begleitete, töteten. Dieses denkwürdige Bild hing ursprünglich über der Grabstätte des ermordeten Ján Bársony in der Pfarrkirche.
An der Schwelle des 18. Jahrhunderts kommt es zu einer Belebung der Bau- und Kunsttätigkeit. Auch die geistlichen Orden in Skalica vergrößerten ihre Bauten. Die Jesuiten bauten an das Kollegium die zweitürmige Kirche des hl. Franz Xaver (geweiht 1724) an und in die von ihnen geräumte Kirche (ursprünglich evangelische Kirche in der Potocna ulica) zogen Karmeliter ein.
Diese begannen sogleich mit der Unterstützung des Graner Erzbischofs Kardinal Leopold Kollonich mit dem Umbau der Kirche und der Innenausschmückung. Im Jahr 1711 errichteten sie zur Kirche auch eine Lorettanische Kapelle für die Statue der Jungfrau Maria, die mit einer feierlichen Prozession aus Wien hergebracht wurde, später vergrößerten sie auch das Klostergebäude. Der Schmuck des Kircheninneren war ein Werk von Giovanni Battista Conti aus Eisenstadt, Fresken und Altarbilder schuf Luca Antonio Colomba (1674 – 1737), ein Maler aus Arogno, der vorher für den Palatin Pavel (Paul) Esterházy an der Ausschmückung der Wallfahrtskirche Frauenkirchen im Burgenland und auf dem Schloss des Prinzen Eugen von Savoyen in Ráckev gearbeitet hatte. Drei ovale Szenen mit dem Propheten Elias an der Unterwölbung des Chores (eine davon ist auch signiert) sind im authentischen Zustand erhalten und gehören zu den besten Werken, die der junge Colomba in Ungarn hinterließ (ein weiteres Gemälde am Gewölbe des Klosterrefektoriums ging im 19. Jahrhundert verloren).
 

Das Museum von Záhorie (Záhorské múzeum) in Skalica

MÁRIA ZAJÍÈKOVÁ – MARTIN HOFERKA – PETER MICHALOVIÈ – VIERA DRAHOŠOVÁ

Zu den Sehenswürdigkeiten von Skalica (dt. Skalitz) reihte sich gleich nach der Eröffnung am 1. Oktober 1905 das nach einem Projekt des Architekten Dušan Jurkoviè errichtete Vereinshaus auf dem Stadtplatz. Jurkoviè verwendete in der Ausschmückung von Interieur und Exterieur Konstruktionselemente und Architekturdetails der Volksbaukunst des slowakischen Záhorie und der mährischen Walachei. Ein Teil der Räume wurde schon bei der Projektierung für eine Exposition des Museums, die ständige öffentliche Präsentation der Sammlung Pavol Blahas, bestimmt. Mit minimalen Eingriffen in die Installation wird die sogenannte Blaha-Stube bis heute erhalten.
Seit seiner Entstehung konzentriert sich das Museum auf die Dokumentierung der Handwerksproduktion, ihrer Organisation und der Lebensweise der Handwerker. Schon in der Sammlung der Töpfererzeugnisse von Pavol Blaha finden wir Zunftsatzungen und Zunftladen und eine attraktive Kollektion von Zunftkrügen. Zu den bemerkenswerten Zuwächsen der historischen Bestände des Museums gehört in jüngster Zeit zweifellos der Nachlass u.a. von Ján Ïuroviè (1894 – 1955). Er war in Skalica von 1925 bis 1955 als evangelischer Pfarrer A.B. tätig, an der Komenský-Universität las er ältere slowakische Literatur und Kirchengeschichte. Bedeutend ist auch der Nachlass von Pavol Hallon (1925 – 2004), (einem Nachfahren der Habaner), in dem u. a. ein bedeutsames handschriftliches Habaner Denkmal, die Biblische Konkordanz aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts zu finden ist, von der weltweit nur vier Exemplare bekannt sind. Aus diesem Nachlass stammt auch der deutsch geschriebene Armales (Wappenbrief) auf Pergament aus dem Jahr 1666.Im Museum wurde auch ein Musikfonds geschaffen, in dem besondere, für die Region charakteristische, Musikinstrumente aufbewahrt sind (Signalhorn, dreistimmiger Dudelsack). In der letzten Zeit sind auch Nachlässe von Volksmusikern in den Fonds gelangt.
Im Archäologiefonds des Museums gehört ein besonderer Platz dem Ensemble der Funde der in der Slowakei einmaligen Glockenbecherkultur, das bei einer archäologischen Forschung im Jahr 2003 erworben wurde. Die neuen Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet um Skalica zur Marchlandgruppe der Glockenbecher gehört hat.
 

Ledertapeten aus dem Schloss Holíè

IVAN GALAMBOŠ

Mit dem Schenkungsdekret setzte Rudolf II. den Familienstreitigkeiten um den Besitz von Holíè ein Ende. Für die erwiesenen Dienste übertrug er Pavol und Imrich Czobor das königliche Recht an Holíè und Šaštín. Der letzte Besitzer von Holíè aus diesem Geschlecht überließ Holíè Franz von Lothringen, dem Gemahl der österreichischen Herrscherin Maria Theresia. Das weitläufige und befestigte Schloss wurde ein Lieblingsort der kaiserlichen Familie. In jener Zeit, also Ende der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurden ein umfangreicher Umbau, die Parkgestaltung und die künstlerische Ausgestaltung des Interieurs realisiert. Zum Kleinod des Schlosses Holíè wurde der sogenannte Chinesische Saal im ersten Stock. Die Gemälde zeigen chinesische Motive, in denen Figuren sensibel mit pflanzlichen und tierischen Elementen verbunden sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg war dieser Saal überwiegend verschlossen und ungenutzt. Schlechte klimatische Bedingungen, vor allem Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen im Saal bewirkten ein Schrumpfen des Leders, das nach und nach austrocknete. Die Korrosion beschädigte die Nägel und das eingeschlagene Leder und so löste das Leder sich beim Trocknen der Tapete an vielen Stellen aus den Nägeln auch mit kleinen Lederstückchen.
Die Stadt Holíè, die das Schloss vom Slowakischen Nationalmuseum erwarb, verkaufte es an eine private Gesellschaft. Angesichts des kritischen Zustandes der Tapeten wurde ich gebeten, mir ihren Zustand anzusehen. Nach anderthalb Jahren ging man angesichts des kritischen Zustandes an die erste Etappe zur Rettung der Tapeten des Chinesischen Saals, ihre Abnahme und Konservierung heran, bis die Voraussetzungen für eine Restaurierung gegeben sind. Vor der Abnahme mussten frühere ungeeignete und unsachgemäße Restaurierungseingriffe beseitigt werden. Die Konservierung, Säuberung und zeitweilige Sicherung der Tapeten fand direkt in dem geräumigen Saal statt, wo die Rollen mit den Tapeten auch aufbewahrt sind.
Bald darauf erschienen Organisatoren der Ausstellung „Lothringens Erbe“ auf Schloss Schallaburg. Die österreichische Seite bekundete großes Interesse, wenigstens einen Teil der Tapeten von Holíè auszustellen und bot an, die Teilrestaurierung der geliehenen und ausgestellten Tapete zu bezahlen. Auf der Ausstellung konnte sie auf keinen Blindrahmen gespannt werden, weil ihr oberer Teil in der Vitrine auf eine Rolle gewickelt und sie zur Hälfte in die klimatisierte Vitrine herabgelassen wurde. Die Ausstellung hatte großen Erfolg (29. April – 29. Oktober 2000) und Bewunderung erntete auch die Tapete von Holíè.
 

Jahrespreise 2005 der Zeitschrift Pamiatky a múzeá

Zum fünfzehnten Mal erteilte der Redaktionsrat der Revue für das Kulturerbe Pamiatky a múzeázusammen mit ihren Herausgebern, dem Slowakischen Nationalmuseum und dem Denkmalamt der Slowakischen Republik, Prestigepreise für die bedeutendsten Werte und Taten auf dem Gebiet des Schutzes unseres Kulturerbes für das vergangene Jahr. Die Preise werden den Laureaten anlässlich der feierlichen Eröffnung der Tage des europäischen Kulturerbes 2005 in der Slowakischen Republik am 14. September 2006 in Skalica persönlich überreicht.    

Die Jahrespreise der Zeitschrift Pamiatky a múzeá 2005 gehen in den einzelnen Kategorien an folgende Nominierte:
ENTDECKUNG – FUND – AKQUISITION
Peter Nagy und Marek Budaj für den Fund des Münzschatzes in Svätý Jur
EXPOSITION – AUSSTELLUNG
An das Museum für Schulwesen und Pädagogik für die Exposition „Geschichte des Schulwesens und der Pädagogik in der Slowakei“
Elena Machajdíková und Bohuš Klein, den Autoren der Ausstellung „Die Slowakei auf historischen Karten im 16. – 20. Jahrhundert“
PUBLIKATION – KLEINERE PUBLIKATION – KLEINDRUCK
An den Verlag Osveta in Martin und die Autoren Dušan Kováè, Marián Pauer und Eva Králiková für die Publikation „Die Welt durch das Objektiv Milan Rastislav Štefániks“.
Dem Bezirksdenkmalamt in Trenèín, Dienststelle Prievidza und der Autorin Barbora Matáková für die Publikation „Die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt auf dem Friedhof in Prievidza.“ Ikonografie.
FILM – VIDEO – AUDIO – MULTIMEDIALE WERKE
An Michal Hrèka für die Präsentation der Denkmalerneuerung auf der Internetseite www.obnova.sk
ERNEUERUNG – RESTAURIERUNG – ADAPTATION
An das Gebietsrestaurierungsatelier Bratislava, Zuzana Chovanová und Alexandra Šulíková für die Restaurierung des so genannten Thurzo-Altars aus der evangelischen Kirche des Augsburger Bekenntnisses in Necpaly
AKTION – EINE UNGEWÖHNLICHE VERANSTALTUNG
Jana Chrappová für das Projekt und die Koordinierung der Veranstaltung Nacht der Museen und Galerien